Studie Rhön Stiftung

Eine große Review-Studie zu Hospital at Home in Deutschland des inav (privates Institut für angewandte Versorgungsforschung GmbH) im Auftrag der Rhön Stiftung wurde im November publiziert.

Zusammenfassung:
Die Studie, verfasst von Anna-Lena Brecher, Dominika Urbanski-Rini und Prof. Dr. Volker E. Amelung im November 2025, bietet eine umfassende Analyse des Konzepts Hospital@Home (H@H) als innovatives Versorgungsmodell. Die Untersuchung basiert auf einem Scoping Review von 104 internationalen Publikationen und beleuchtet die Sicherheit, Wirksamkeit, Kosteneffizienz und Patientenzufriedenheit von H@H-Programmen in verschiedenen Anwendungsbereichen. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass H@H-Modelle international bereits etabliert sind und der konventionellen Krankenhausversorgung oft gleichwertig oder überlegen sind, insbesondere hinsichtlich reduzierter Wiederaufnahmen und hoher Patientenzufriedenheit. Abschließend werden Herausforderungen und Handlungsempfehlungen für die Implementierung dieses Konzepts im deutschen Gesundheitssystem diskutiert, wobei insbesondere starre Sektorengrenzen, unzureichende technologische Infrastruktur und Personalmangel als Hürden identifiziert werden.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass H@H-Modelle eine Win-Win-Situation ermöglichen, indem sie die Kosten senken und gleichzeitig die Erfahrung sowie die Behandlungsergebnisse der Patienten verbessern, insbesondere bei der Reduktion von Komplikationen und der Vermeidung von Langzeitpflege. Das Konzept adressiert somit alle vier Ziele des “Quadruple Aim” (Gesundheit der Bevölkerung, Verbesserung der Patientenerfahrung, Senkung der Versorgungskosten und Verbesserung der Arbeitsbedingungen des Personals). Die erfolgreiche Adaption internationaler H@H-Modelle in Deutschland ist möglich, wenn die bestehenden Sektorengrenzen aufgebrochen, die digitale Infrastruktur verbessert und das Personal durch Kompetenzerweiterung gestärkt wird. Deutschland steht dabei am Scheideweg: Die überzeugende internationale Evidenz zur Sicherheit, Wirksamkeit und Kosteneffizienz bietet den notwendigen Anstoß, um H@H über Pilotprojekte hinaus flächendeckend zu etablieren und die Gesundheitsversorgung zukunftsweisend zu gestalten.


Man könnte die Herausforderung der Adaption mit dem Bau einer Brücke vergleichen, die zwei getrennte Ufer (den stationären und den ambulanten Sektor) verbindet: Deutschland verfügt bereits über Blaupausen (die internationalen Modelle) und die notwendige Technologie (digitale Lösungen), aber es fehlt noch an den stabilen Fundamenten – den gesetzlichen und strukturellen Rahmenbedingungen (Finanzierung, ePA, APN-Rollen) –, um die Brücke tragfähig zu machen und den Verkehr (die H@H-Versorgung) flächendeckend zu ermöglichen


Homepage der Stiftung und des Artikels: https://www.rhoen-stiftung.de/versorgungskonzept-hospitalhome-zukunft-der-krankenhausversorgung-liegt-zu-hause/

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